TAUSENDSASSA
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Ein wirksamer Trick, wie Du endlich mit Deinen Aufgaben beginnst




Kennst Du das auch, dass Du viele Ideen und Projekte im Kopf hast und To-Dos auf Deiner To-do-Liste, aber Du trotzdem nicht anfängst? Dass Du andere Dinge vorziehst? Heute verrate ich Dir, wie auch Du es schaffst, Projekte anzustoßen, anzugehen, anzufangen.



Eine Generalistin hat das mal so beschrieben:

Ich komme einfach nicht in die Puschen.

Diese ganze Aufschieberitis nervt mich total. Und wenn ich dann mal etwas angefangen habe, bin ich total frustriert, weil ich es nicht zu Ende bringe und nicht durchziehe.

Ich glaube, das kennt jeder von uns: Wir Tausendsassa haben so viele Projekte, die wir spannend finden und die wir unbedingt machen wollen. Da kommt es immer wieder vor, dass das ein oder andere davon liegenbleibt oder wir manche Projekte gar nicht erst anfangen. Das ist in Ordnung.

Wie oft bist Du genervt, weil Du Dinge anfangen willst, sie aber trotzdem immer wieder aufschiebst.

In meinem Seminar „Veränderungen anstoßen durch Selbst-Coaching” hatte ich eine Teilnehmerin, die genau deshalb in meinem Seminar war, weil sie endlich lernen wollte, Veränderungen und Dinge anzustoßen. Sie hatte ein Herzensprojekt: Sie wollte aus ihrem aktuellen Job raus und sich im Bereich Online-Marketing selbstständig machen. Sie hatte schon Bücher dazu und Ideen im Kopf. Und trotzdem hat sie nicht damit begonnen.

Es kamen immer andere Projekte dazwischen: Der Platz vor ihrer Haustür, um dessen Umgestaltung sie sich kümmert. Ihr Partner, der etwas von ihr möchte. Ihre Eltern, die sagen: „Komm, hilf uns doch mal bei XYZ.” Und so viele andere Ideen und Projekte, die sich dazwischendrängen und zu denen sie dann sagt: „Vielen Dank, dass Du vorbeikommst! Ich mach Dich jetzt erst mal, denn Du machst mir auch viel Spaß.“ – Das eigentliche Herzensthema, das geht sie aber nicht an.

Oft sind es auch kleinere Dinge, die wir aufschieben.

Zum Beispiel ein Strick-Projekt, das Du gerne machen möchtest. Du hast Dir vielleicht sogar schon die Wolle dafür gekauft und trotzdem sie liegt da und Du gehst es nicht an.

Oder ein Beispiel von mir: Ich habe einen Kurs mit 8 Modulen gebucht, wie ich mein Online-Business aufbaue. Im November saß ich dann davor und wollte das zweite Modul machen, aber ich habe einfach nicht damit angefangen. Ich hatte echt Lust darauf und hatte mir sogar an dem Tag die Zeit dafür eingeplant.

Trotzdem habe ich nicht begonnen, ich habe prokrastiniert.

Da kam dann hier noch eine E-Mail rein, die ich beantworten könnte, und dort noch eine kleine Aufgabe, die ich vorher schnell machen könnte. Und ja, was steht denn noch im Kalender? Gucken wir mal, ist da noch was für morgen, das ich vielleicht heute noch schnell erledigen kann. Also diese ganzen kleinen Dinge, die man vermeintlich schnell abarbeiten kann – nur um das große Projekt vor sich herzuschieben.

Du wirst unzufrieden und frustriert.

Wie ist das bei Dir: Was willst Du die ganze Zeit machen und gehst es nicht an? Welche kleine Aufgabe oder welches größere Projekt, das Du vor Dir herschiebst und das Dich unglaublich frustriert, weil Du es immer noch nicht begonnen hast? Das passiert dann nämlich: Du bist frustriert, weil Du das Gefühl hast, Du schaffst etwas nicht. Weil Du das Gefühl hast, die anderen, die wuppen das alle, die machen alle das, was sie zu tun haben oder tun wollen.

Eine talentierte Tausendsassa schrieb mir mal: Oft beeindrucken mich Menschen, wenn sie von ihren Vorhaben oder Zielen sprechen. Ich fühle mich dann klein in meiner Begeisterung für meine eigenen Ziele und Ideen, weil ich sie bisher noch nicht umgesetzt habe.

Andere packen immer alles, nur ich nicht.

Dann kommst Du schnell in diese Spirale: Ich bin anders als die anderen um mich herum, ich schaffe nichts, ich bin nicht gut genug.

Willst Du wissen, wie Du glücklich, produktiv und zufrieden bist – obwohl Du nicht alles angefangen und zu Ende gebracht hast?

Ich kann Dir schon mal verraten: Wenn Du diesen Artikel gelesen hast, wirst Du ganz bestimmt nicht jedes einzelne Projekt anfangen und umsetzen, das Du Dir vornimmst. Aber das musst Du auch gar nicht, denn es ist überhaupt nicht Sinn und Zweck der Sache.

Du wirst viel glücklicher und viel zufriedener und viel produktiver sein, wenn Du sortiert hast: Welches sind die wirklich wichtigen Projekte, die ich angehen möchte, und welche die weniger wichtigen Dinge? Und wenn Du diese wirklich wichtigen Dinge dann auch angehst.

Wie Du es schaffst, Dinge anzugehen.

Nimm Dir das Projekt, das To-do oder die Idee, die in Deinem Kopf gerade herumschwirrt, bei der Du sagst: Das ist etwas, das schiebe ich schon die ganze Zeit vor mir her.

Und dann frage Dich: Warum? Warum schiebe ich das vor mir her? Warum beginne ich nicht damit? Was ist der Grund hinter meiner Aufschieberitis?

Bei dem Kurs-Modul, das ich vor mir hergeschoben und nicht angefangen habe, war die Antwort: Ich hatte Angst vor dem Riesenberg an Arbeit, der auf mich zukommt. Wenn ich das Modul mache, bekomme ich zum Beispiel gesagt, dass und wie ich mir meine Website neu einrichten muss. Das bedeutet viel Arbeit und viel Zeitaufwand.

Da war es auf einmal kein Problem mehr anzufangen.

Es ist gar nicht so, dass ich keine Lust darauf gehabt hätte! Wir Tausendsassa begeistern uns ja für so vieles. Aber ich wusste einfach: Wenn ich anfange, kommt eine Menge Arbeit und eine Menge neuer Projekte auf mich zu, die ich erst mal in meinem Terminkalender unterkriegen muss.

Sobald ich mir bewusst war, woran es liegt, war es kein Problem mehr. Denn dann bin ich sofort in den Lösungsmodus gegangen und habe Lösungen gesucht. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass ich genug Zeit für das Modul und die anstehenden Arbeiten habe, und mir dann einen realistischeren Zeithorizont für die Umsetzung gesetzt. Da war es gar kein Problem mehr, dass da so viel Arbeit auf mich zukam.

Warum schiebst Du Dein Projekt vor Dir her?

Vorhin habe ich das Beispiel genannt von der Generalistin, die ihr Herzensprojekt, ihre Selbständigkeit im Online-Marketing, vor sich hergeschoben hat. Auch ihr habe ich die Frage gestellt: Was ist der eigentliche Grund, weswegen Du damit nicht beginnst? Sie sagte dann nach einigem Überlegen, sie habe Angst davor, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Wie ist es bei Dir?

Es gibt viele Gründe und Möglichkeiten, weswegen Du Sachen verschiebst. Angst vor dem Arbeitsberg, Angst sich zu zeigen oder auch Angst vor anderen Folgen, zum Beispiel davor, Geld auszugeben, zu investieren.

Vielleicht merkst Du auch, dass Du momentan einfach überhaupt keine Zeit für Dein Projekt hast, weil erst noch andere Dinge auf dem Plan stehen.

Machst Du zuerst die Projekte anderer Menschen und dann erst Deine eigenen?

Vielleicht hindert Dich auch Deine Einstellung daran, anzufangen und loszugehen. Möglicherweise bist Du nämlich jemand, der es anderen gerne recht machen möchte oder der gerne anderen Gutes tun möchte. Solche Personen sind dann ganz schnell dabei, dass sie die Projekte der anderen den eigenen Projekten vorziehen.

Vielleicht ist das bei Dir so.

Wenn Dich zum Beispiel ein Freund bittet, ob Du für ihn schnell mal recherchieren kannst, wie gerade die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deiner Stadt ist, weil Du Dich als Tausendsassa ja super schnell und gut einarbeiten kannst in verschiedene Dinge, dann machst Du das natürlich. Ist keine große Sache, ist ja auch interessant, erfüllend und eine große Freude, anderen zu helfen.

Das Wichtige und Herausfordernde an der Sache ist dann aber: Am Ende des Tages nicht unglücklich zu sein, weil man sein eigenes Projekt nicht gemacht hat. Oder anders herum: dass Du am Ende des Tages trotzdem glücklich bist, obwohl Du Dein eigenes Projekt nicht begonnen hast.

Ist es wirklich das, was Du angehen möchtest?

Wenn Du Dich nach den Gründen fragst, weswegen Du ein Projekt oder eine Idee nicht anfängst, kann es auch gut sein, dass Du merkst, dass Du dieses Projekt gar nicht machen willst. Du möchtest vielleicht etwas anderes machen oder gar nichts dergleichen.

Es ist ungemein hilfreich, dass zu bemerken und Dir bewusst zu machen. Denn es bewahrt Dich davor, Dinge und Projekte zu tun, die überhaupt nicht zu Dir passen, die Dich vielleicht in den Ruin stürzen, weil Du ganz viel Geld dafür ausgeben musst, die Dich unglücklich machen, weil Du gar nicht dahinterstehst, oder die Dich irgendwohin führen würden, wo Du gar nicht hin möchtest in Deinem Leben.

Stell Dir vor, Du möchtest gerade einen Urlaub auf den Kanaren buchen, aber Du gehst es einfach nicht an. Du machst Dich jeden Abend fertig dafür, dass Du schon wieder nichts dafür getan hast, den Urlaub zu buchen. Du denkst, ich krieg‘ überhaupt nichts hin. Ich bin ein Versager und andere schaffen es viel besser als ich.

Dann solltest Du Dich fragen: Warum gehe ich das nicht an? Warum buche ich den Urlaub nicht oder recherchieren nicht dafür?

Und dann kommst Du vielleicht auf den Gedanken: Ich möchte gar keinen Urlaub auf den Kanaren machen. Das ist eigentlich nur die Idee meines Freundes, aber ich will viel lieber nach Skandinavien.

Was für eine Erkenntnis!

Sie bewahrt Dich davor, Dinge zu tun, die Du eigentlich gar nicht willst und die Dich nicht glücklich machen würden.

Die Lösungen ergeben sich dann meist von selbst.

Wie wertvoll ist es, sich zu fragen: Warum schiebe ich dieses Projekt gerade auf? Warum gehe ich es nicht einfach an? Was ist der Grund dahinter?

Es ist dann natürlich die Kunst, Dich mit Deinem Freund zu einigen, so dass ihr in Sachen Urlaub einen Kompromiss findet. Denn am Ende des Tages ist es ja nicht nur wichtig, ob Du glücklich bist, sondern dass alle anderen auch glücklich sind, mit denen Du zusammenlebst.

Das Schöne ist: Die Lösungen ergeben sich meist von alleine, wenn Du Dich gefragt hast, was steckt eigentlich hinter meiner Aufschieberitis. Mach Dir deswegen keinen Druck. Wenn Du weißt, warum Du prokrastinierst, musst Du nicht gleich eine Lösung dafür parat haben.

Weil Du aber ein talentierter Tausendsassa bist, kannst Du gar nicht bei einem Punkt stehen bleiben. Du denkst ohnehin gleich weiter. Ich vermute, dass Du Dir gerade beim Lesen schon Gedanken darüber gemacht hast, was eigentlich der Grund hinter Deiner Aufschieberitis ist. Und ich kann mir vorstellen, dass Du jetzt schon Ideen hast oder sich gerade Lösungen in Deinem Kopf entwickeln, sodass Du eigentlich nur noch ran willst an die Buletten. Schluss mit diesem Artikel und Projekt anfangen.

Eine Klientin von mir schob eine ungeliebte Aufgabe vor sich her, weil sie im Homeoffice auf nur einem kleinen Bildschirm mühsam zu erledigen war. Als ihr das klar geworden war, lag es nahe, etwas an ihrer Arbeitsumgebung zu ändern - anstatt sich ständig zu wünschen, endlich wieder ins Büro zu dürfen... Außerdem schrie ihr dieser unerledigte Stapel zu: Du bist ein Versager, denn sonst bist Du doch immer so strukturiert, dass Du keine Sachen liegen lässt. Als ihr das bewusst war, kam sie selbst auf den Gedanken, dem Stapel zu widersprechen: Nein, ich bin aufgrund der Homeoffice-Situation zu dieser Arbeitsweise gezwungen. Es liegt mitnichten an mir, und ich bin erst recht kein Versager. Ihr Antrieb, den Stapel abzuarbeiten war dann: Dir werde ich es zeigen!

Es ist so wichtig zu verstehen, was Du wirklich willst, was Du gerade tatsächlich brauchst.

Jetzt verstehst Du auch, warum es gar nicht das Ziel ist, jedes Projekt anzufangen und jedes Projekt anzustoßen und umzusetzen. Mach Dir klar, warum Du ein Projekt oder eine Aufgabe nicht anfängst, und dann schau, was diese Erkenntnis mit Dir macht.

Ein Wort noch zum Schluss: Es ist natürlich nicht immer damit getan, ein Projekt nur anzufangen. Häufig scheitern wir dann, es umzusetzen beziehungsweise zu Ende zu bringen. Wir beginnen es zwar, wir kaufen die Wolle, die wir verstricken wollen, und dann schlagen wir vielleicht sogar die Maschen an und stricken vielleicht sogar die ersten zwei Reihen, aber dann verläuft es irgendwie im Sande und wir bringen es nicht zu Ende. Wir führen es nicht fort. Wir machen es nicht fertig.

Was Du dagegen tun kannst und wie Du Deine Projekte auch umsetzen und zu Ende bringen kannst, dazu mehr in meinem nächsten Content-Stück.


Deine
Sarah Gierhan


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